Antiziganismus in Europa – Gastworkshop beim Bundeskongress der Grünen Jugend

Auf dem Bundeskongress der Grünen Jugend habe ich einen Gastworkshop zum „Thema Sinti und Roma – Grenzenloses Europa?“ gehalten. Auch wenn Sinti und Roma sich innerhalb Europas frei bewegen dürfen, sind sie vielerorts Rassismus und Ausgrenzung ausgesetzt. Das gilt auch für Deutschland. Die Mitte Studie beispielsweise zeigt, dass fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung Sinti und Roma aus den Innenstädten verbannen will. Einzelne Medien titeln immer wieder mit rassistischen Schlagzeilen und antiziganistische Slogans prangern auf Wahlplakaten. Das ist krass. In so einem Umfeld kann sich kaum jemand integrieren, selbst wenn er es möchte.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es deswegen vor Allem Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit der Mehrheitsbevölkerung braucht. Auch müssen wir Roma-Selbstorganisationen ermuntern und dabei unterstützen selbst Projekte zu planen und umzusetzen. Nur so passen Projekte wirklich zu ihren Bedürfnissen und gehen nicht, wie so oft in der Vergangenheit, an den wahren Nöten vorbei. Was wenige wissen: Auch Sinti und Roma wurden im Dritten Reich verfolgt und systematisch ermordet. Dass das so spät anerkannt wurde (1982) sitzt bis heute tief. Program-ähnliche Anfeindungen, vor Allem in Osteuropa, sind daher besonders traumatisch. Darüber haben wir engagiert diskutiert, Fortsetzung folgt.

Ansonsten: knapp 500 junge Menschen, die engagiert 4 Tage lang über Politik debattieren, das ist großartig! Macht weiter so!

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