Rassistischer Angriff auf Nigerianer in Lichtenberg – ein Kommentar

Vor einer Woche wurde ein Nigerianer in #Lichtenberg angegriffen und rassistisch beleidigt. Hier der Bericht des Tagesspiegel. Ich habe lange überlegt, ob ich etwas dazu schreiben soll oder nicht, denn der #Angriff bestätigt das #Vorurteil, Lichtenberg sei besonders rassistisch. Ich erlebe in den letzten Jahren aber vor Allem ein Lichtenberg, in dem Menschen entschieden und engagiert für #Vielfalt und #Toleranz einstehen. Und trotzdem passieren auch hier noch solche Überfälle und sie sind jedes Mal verheerend. Warum? Das kommt in der Diskussion oftmals zu kurz, deswegen heute doch ein paar Sätze:

Wir erwarten von Menschen, die zu uns kommen, dass sie sich integrieren. Das ist der richtige Weg, hier so richtig anzukommen. Jeder rassistische Angriff aber macht viel Integrationsarbeit zu Nichte und hat Auswirkungen, weit über das Opfer der Angriffe hinaus.

Warum? Wenn bei meinem Nachbarn eingebrochen wird, dann rufe ich die Polizei und überlege mir, ob ich mir nicht ein dickeres Schloß und eine Kamera zulege.

Wenn ein Mensch wegen seiner #Hautfarbe oder #Herkunftangegriffen wird, überlegt er sich, ob es nicht doch besser wäre, unter seinesgleichen zu bleiben, sich garnicht erst in solche Situationen zu begeben, sich zurück zu ziehen. Und auch andere, die er oder sie kennt, überlegen sich das. Das gilt für Frauen, die ein Kopftuch tragen und seit dem Erstarken der AfD wieder Angst haben, S-Bahn oder U-Bahn zu fahren, weil sie angepöbelt werden. Das gilt für Menschen mit dunkler Hautfarbe, die als Sozial-Schmarotzer beschimpft werden und das gilt für #Sinti oder #Roma, die zwar schon seit vielen Jahrzehnten in diesem Land leben, aber immer noch auf offener Straße angefeindet werden.

Diese Gedanken und dieses Verhalten sind menschlich und verständlich. Nicht Alle ziehen sich zurück, manche stellen sich dem Hass auch ganz bewusst entgegen. So oder so bleibt: Eines der größten Integrations-Hemmnisse in diesem Land ist der Rassismus der Menschen, die denken es wäre ihr Land.

Ist es nicht!

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